Isernhagener Bürger helfen Flüchtlingen.  Offenes Netzwerk aus ehrenamtlichen Bürgern, dem Deutschen Roten Kreuz und Mitgliedern der Gemeindeverwaltung Isernhagen.  E-mail: Helfernetzwerk-Isernhagen@web.de

Aktuelles:

Ehrenamtliche für Deutschunterricht gesucht

Wir suchen für unseren ehrenamtlich angebotenen Deutschunterricht Menschen, die einmal in der Woche für 2 Unterrichts-stunden in Isernhagen (HB, NB, FB, AWB, NWB) Geflüchtete unterrichten möchten. Dabei handelt es sich um Menschen, die in ihren Heimatländern kaum Schulunterricht genossen haben und erst alphabetisiert werden müssen als auch um Menschen, die bereits über rudimentäre Deutschkenntnisse verfügen und Überbrückungszeiten zu Praktikum oder Integrationskursen mit dem Deutschlernen verbringen möchten. Ebenso denken wir auch an junge Menschen, die nachmittags der Unterstützung beim Lernen für die Schule bedürfen oder an Erwachsene, die gerne Gelegenheit erhalten möchten, ihre erworbenen Deutschkenntnisse mit deutschen Bürgen/Nachbarn anzuwenden und in der „Praxis“ mit Hilfe eines „Deutschlehrers“ zu vertiefen.

Diese Angebote können in den verschiedenen Ortsteilen von Isernhagen stattfinden, geeignete Räumlichkeiten stehen dafür zur Verfügung. Die Unterrichtszeiten können am Vor- oder Nachmittag sein, je nachdem, wie es Ihre zur Verfügung stehende Zeit erlaubt. Unterstützung bei der Unterrichtsgestaltung geben wir Ihnen gerne! Ebenso sorgen wir für die gewünschten Lehrbücher und helfen Ihnen bei all Ihren Fragen. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Koordinatorin des ehrenamtlichen Deutschunterrichts Claudia Wittweg, Claudia.Wittweg@bwfirmengruppe.de, oder rufen Sie einfach an: 0511-37353022 oder 015253859432


Helfernetzwerktreffen

Beim Treffen der Helferinnen und Helfer am 15.2. berichteten Vertreter der Gemeinde Isernhagen über die aktuelle Lage:   

                      

Aktuell betreut die Stabsstelle Flüchtlinge und Asyl in Isernhagen zurzeit 386 Flüchtlinge. Davon leben in Altwarmbüchen 151, Neuwarmbüchen 42, Kirchhorst 33, Isernhagen NB 65, Isernhagen FB 44, Isernhagen HB 24 und Isernhagen KB 27.

Die meisten Geflüchteten stammen aus Syrien (204 Personen) und aus dem Irak (100 Personen).

Von den Zuwanderern sind  206 älter und 180 jünger als 18 Jahre.  Wir haben 60 Kinder im Alter von 0 – 5 Jahren, 58 im Alter von 6 – 11 Jahre und 62 im Alter von 12 – 17 Jahren.

 

234 Flüchtlinge haben bereits die Anerkennung, bzw. den subsidiären Schutz erhalten. 124 Personen sind noch im laufenden Verfahren, 28 Personen sind im Besitz einer Duldung.

Es werden von der Gemeinde Isernhagen  in

2017 noch 189 Personen erwartet.


Brennendes Problem: Anhörung zum Asylantrag

Viele warten seit Monaten auf das wichtigste Ereignis: die Anhörung zum Asylantrag (Interview) beim BAMF in Braunschweig. Von diesem Gespräch hängt der künftige Status vieler Geflüchteter aus Afghanistan, Irak, Somalia und anderer Länder ab. Habe ich das Recht auf Schutz (§ 3 Asylgesetz), Asyl (§ 16 a Grundgesetz), subsidiären Schutz (§ 4 Asylgesetz)? Gilt für mich das Abschiebeverbot (§ 60 Aufenthaltsgesetz) oder muss ich mit einer Aufforderung zur freiwilligen Ausreise rechnen?

Fast alle, die demnächst eine Anhörung erwarten sowie ihre Betreuerinnen und Betreuer, waren gekommen und hörten gespannt fast 3 Stunden lang zu.

Über 40 Betroffene und Interessierte folgten am 4. Februar der Einladung des Helfernetzwerks Isernhagen zur Information und Diskussion. Wer ist beim Gespräch anwesend? Was ist, wenn der Dolmetscher nicht richtig übersetzt? Wie mit traumatischen Erlebnissen aus Folter, Haft, Vergewaltigung umgehen, über die man mit Fremden nicht sprechen kann?

Eine Betreuerin mit Erfahrung beim Asylgespräch und Spezialisten vom Verein für interkulturelle Information, Migrations- und Flüchtlingsarbeit  Kargah konnten Fragen ausführlich beantworten. Damit alle Anwesenden wirklich umfassend informiert wurden, übersetzten eine dari-  und eine arabischsprechende Dolmetscherin von Kargah die auf Deutsch vorgetragenen Informationen.

Die 42 Standardfragen im großen Interview können sich alle Interessierten auf dari
http://www.asylworms.de/wp-content/uploads/2015/01/پرسشهای-انترویو.pdf

auf arabisch
http://www.asylworms.de/wp-content/uploads/2015/01/Interviewfragen-Arabisch.pdf

oder auf deutsch
http://www.asylworms.de/wp-content/uploads/2016/08/2016-08-InterviewFragen-auf-deutsch.pdf

herunterladen.

Der nächste Informations- und Diskussionsnachmittag für Geflüchtete findet am 25. 2. statt. Thema: Traditionen in Familie, Gesellschaft und Kultur – was muss man wissen?  


Spenden für das Helfernetzwerk Isernhagen

Sie möchten gern persönlich helfen? Können es aber zeitlich oder örtlich nicht einrichten? Dann helfen Sie uns mit Ihrer Spende: Jeder Betrag ist wichtig.

Helfernetzwerk Isernhagen e.V.

IBAN DE94 2505 0180 0910 3177 04  / BIC SPKHDE2HXXX

Die Einhaltung der satzungsmäßigen Voraussetzungen nach § 51, 59, 60 und 61 AO wurde vom Finanzamt Burgdorf  StNr. 16/200/84527 mit Bescheid vom 08.12.2015 nach § 60a AO gesondert festgestellt. Wir fördern nach unserer Satzung Hilfen für Flüchtlinge, Vertriebene und politisch Verfolgte.

 

Haben Sie herzlichen Dank im voraus!

Große Eröffnung von TREFF PUNKT

Damit Geflüchtete und Isernhagener Bürger an einem gemeinsamen Ort miteinander sprechen, spielen und lernen  können, wird es den TREFF PUNKT in der Bothfelder Str. 31 – 33 (Marktplatz
Altwarmbüchen) geben.  Der große Raum mit Teeküche wurde von der Gemeinde Isernhagen zur Verfügung gestellt und wird von Helfern des Netzwerks dienstags, mittwochs, freitags und sonntags für Mütter mit Kleinkinder, für Interessierte an Nähkursen und zum zwanglosen Treffen, Erfahrungsaustausch, Planen, Deutsch
lernen und Diskutieren geöffnet.
Zum Start am 26.2.1017, 15.00 – 17.00 Uhr sind alle Bürger herzlichen eingeladen.

Bitte bringen Sie selbst gebackenen Kuchen mit.


Der syrische Chirurg Faysal Wadouh:  In Deutschland kann man es schaffen!

Welche Möglichkeiten haben Zuwanderer in Deutschland? Wie kann ich persönlichen Erfolg haben? Darüber berichtete auf Bitten des Helfernetzwerks der syrische Arzt (links im Bild)  jungen Geflüchteten am 27. Januar. Hier ein Auszug:
"Als ich 1964 nach Deutschland kam, war die Gesetzgebung längst nicht so günstig wie heute. In Anbetracht der Kriegsereignisse und der daraus resultierenden Flüchtlingswelle wurde das Ausländerrecht vorübergehend für Kriegsflüchtlinge und andere verfolgte Menschen ergänzt. Zu meiner Zeit gab es weder kostenlosen Deutschunterricht noch Integrationskurse. Dennoch hatte ich von Anfang an ein klares Ziel: studieren und Arzt werden. Deshalb habe ich damals jede Chance genutzt, die Sprache perfekt zu lernen. Denn Sprache ist entscheidend für das Leben in Deutschland.
Heute haben es Zuwanderer viel leichter. Das Bildungsangebot bietet Chancen für jeden. Aus meiner Erfahrung in Deutschland habe ich gelernt: man muss initiativ werden, sich realistische Ziele setzen und diese hartnäckig verfolgen. Das ist mitunter schwer, aber es geht, wenn man zielorientiert und fleißig ist.

Ich bin inzwischen Deutscher, fühle mich aber auch als Syrer. Das Leben in zwei Kulturen empfinde ich als eine Bereicherung, weil die persönliche Entwicklung umfangreicher wird und weil Deutschland ein demokratisches und tolerantes Land gegenüber Religionen ist. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Ein hemmendes Kasten- und Stammesdenken, wie es in manchen anderen Ländern vorhanden ist, gibt es hier nicht. Wenn du Arbeit hast und Steuern zahlst, hast du es leicht zu leben und bist auch willkommen.
Nachdem ich meine chirurgische Laufbahn beendet hatte, wollte ich noch mal etwas Handwerkliches machen und habe begonnen, im Immobilienbereich tätig zu werden. Heute mit über 70 Jahren macht mir diese Arbeit großen Spaß!
Ich finde, es geht uns in Deutschland sehr gut."

Geflüchtete in Isernhagen – Investition in die Zukunft

Philipp Neessen ist Vorsitzender des Helfernetzwerk Isernhagen e.V. und Ortsbürgermeister in Altwarmbüchen

Wenn ich als junger Mensch mit älteren Bürgern über Flüchtlinge spreche, entdecke ich oft Erstaunliches:  viele haben ihre Wurzel nicht in Isernhagen – es sind oft ehemalige Flüchtlinge. Sie oder ihre Eltern mussten als Folge des Krieges die  Heimat in Ostpreußen, Pommern, Sudetenland oder Schlesien verlassen (1945 – 1950 = 12 – 14 Mio.). Andere flohen aus der ehemaligen DDR (von 1949 – 1989 = 3,5 Mio.) Später waren es Familien aus Russland (nach 1990 = 2,3 Mio.), der Türkei (= 1,7 Mio.) oder Italien (= 0,5 Mio.), die ihre Heimat aufgaben, weil sie bei uns in Freiheit und Wohlstand leben wollten. Wenn Sie mitrechnen: von ca. 80 Mio. Deutschen haben ca. 20 Mio. Wurzeln als „Zugewanderte“.

Viele wissen noch wie es war oder kennen es von der Erzählungen aus der Familie: man hatte alles verloren und musste in der Fremde neu beginnen. Schwer genug. Dazu kamen noch die Diskriminierungen der Einheimischen, die  nicht so gelitten hatten („…die Flüchtlinge bekommen alles und wir….?“; „Die Flüchtlinge kosten uns viel Geld – dass könnten wir besser investieren!“; „Die Flüchtlinge nehmen uns Arbeitsplätze weg…“, so klang es damals und so klingt es heute wieder.) Aber die Befürchtungen traten nicht ein. Alle haben sich trotz vieler Anfeindungen uns angepasst. Die ehemaligen Flüchtlinge haben es längst geschafft, gleichwertige und gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft zu werden. Sie haben unsere Gesellschaft mit aufgebaut und sie bereichert. Das Trauma von Flucht und Vertreibung hat sich aufgelöst.                            

Was lerne ich daraus für mich als junger Mensch? Es ist menschlich und anständig, dass wir auch heute wieder Menschen helfen, die in ihrer Heimat von Krieg und Verfolgung bedroht und deren Existenz vernichtet wurde. So wie vielen Isernhagener Mitbürgern bzw. deren Eltern und Großeltern geholfen wurde, als sie zu uns kamen.

Darüber hinaus glaube ich, dass  die Integration der Geflüchteten bei uns in Isernhagen ganz nüchtern betrachtet eine gute Investition in die Zukunft ist. Aus meiner Arbeit als Vorsitzender des „Helfernetzwerk Isernhagen e.V.“ weiß ich: jungen Syrer, Afghanen, Iraker und Somalier sind hochmotiviert Deutsch zu lernen und eine Arbeit zu finden.  Es ist zwar noch ein langer Weg, aber  mit ihren Steuern und Sozialabgaben werden die Neuankömmlinge unserer Gesellschaft mehr zurückgeben, als uns ihre Integration gekostet hat.

 

Philipp Neessen


Wohnungen gesucht!

Der Gemeindeverwaltung Isernhagen hat die Mehrzahl der Geflüchteten für die Dauer der Asylverfahren in gemeindeeigenen oder von der Gemeinde gemieteten Wohnungen unter-gebracht. Diese Wohnungen müssen nach und nach geräumt werden - weil weitere Flüchtlinge erwartet werden, weil die Mietverträge zwischen der Gemeinde und den Vermietern auslaufen.

Deshalb suchen Geflüchtete, die in Ihrem Asylverfahren den Status "Aufenthaltserlaubnis" erhalten haben, jetzt verstärkt Wohnungen. Die Kaltmiete, die Heizung und Nebenkosten - mit Ausnahme der Elektrizität - trägt das Jobcenter. Ebenso kommt das Jobcenter gegenüber dem Vermieter für die Mietsicherheit auf.

Wenn Sie über eine freie Mietwohnung informieren wollen - bitte wenden Sie sich an das Helfernetzwerk-Isernhagen, Herrn Wolfgang Dorn, w.dorn@t-online, oder www.helfernetzwerk-isernhagen@web.de

Aktuelle Wohnungsgesuche
3 - 4 Zimmer
von sehr netter  syrischer Familie gesucht. Vater ist Kfz-Mechaniker. Eltern besuchen den Integrations- bzw. Deutschkurs. Ein erwachsener Bruder, drei Kinder im Alter von 4, 6 und 7 Jahren. Die Familie wünscht sich vor allem eine separate Küche, weil im Wohnzimmer gekocht und geschlafen werden muß.

3 Zimmer
sucht ein sympathischer syrischer Krankenpfleger mit seinem Bruder, seiner Frau und  einjährigen Sohn. Beide sprechen gut Deutsch. Der Ehemann versteht sich außerdem auf die Gartenpflege. Das Haus, in dem die Familie wohnt, wird verkauft und die Familie muß kurzfristig ausziehen.

2 - 3 Zimmer
von drei jungen, ordentlichen Männern gesucht, die heute in einer WG leben. Alle besuchen Integrationskurse und machen sehr gute Fortschritte. Der Mietvertrag mit der WG läuft jetzt aus.